Wie schnell das doch gehen kann.
Da ist ja auch schon wieder so einiges passiert.
Stehen geblieben waren wir bei Brisbane…
Also wir sind da angekommen und haben erstmal ne ganze Weile lang bei Benni gewohnt, so 1 ½ Wochen insgesamt etwa. Zwischendurch haben wir versucht die Couch zu wechseln, aber daraus wurde leider nicht so richtig was, was weniger an uns, als mehr an den Bewohnern des Hauses lag in das wir einziehen wollten, denn der Couchsurfer, den wir angeschrieben und gefragt haben, ob wir nicht kommen könnten, war leider nicht da, seine Mitbewohner aber eigentlich auch nicht so richtig. Man könnte sagen sie waren physisch anwesend in dem Haus und sie haben uns auch mehr oder weniger wahrgenommen, aber kommunizieren wollten sie dennoch nicht so richtig mit uns, warum auch immer… wir wollten aber auch nicht mehr mit ihnen kommunizieren, nachdem wir eine riesige Kakerlake gesehen und die Ratte in unserem Zimmerchen gehört hatten( nein, das mit der Ratte stimmt nicht, aber es soll immerhin eine geben in der Wohnung, also es ist nicht allzu weit hergeholt…), deswegen haben wir ganz verzweifelt Benni angerufen, er hat uns abgeholt und wir waren dann schließlich 1 ½ Wochen bei ihm.
In der Zeit haben wir auch mehr oder weniger krampfhaft versucht einen Job zu finden, mit mehr oder weniger Erfolg. Wir wurden zwar schon am ersten Tag in Brisbane auf der Straße angequatscht, ob wir nicht Arbeit suchen würden und für eine Tierschutz/Greenpeace/Rotes Kreuz Fundraising Organisation arbeiten wollen würden, aber das war leider nix.
So hat Louise immer schön Arbeit von unserer neuen Lieblingsarbeitsagentur Workforce bekommen und ich war ganz lange eine arme Arbeitslose, mit Ausnahme von einem Tag an dem ich auf dem Flughafen arbeiten durfte.
Doch dann hatte mein letztes Stündchen geschlagen, als eines morgens der Anruf von Lisa von Workforce kam und es hieß: Du kannst arbeiten, so lange du möchtest… In erner Plastikfabrik. Das einzige was du brauchst sind Stahlkappenschuhe. Ist das ein Problem für dich? Möchtest du das machen?
Na klar wollte ich das machen. Wer will denn nicht gerne mit Stahlkappenschuhen und Warnhemd zur Arbeit marschieren um dann kleine Plastikteile auseinander zu fusseln und auseinander zu schneiden und sich zu verbrennen?! Na?? Wer möchte das nicht? Niemand! Seht ihr! Deswegen habe ich mir also Stahlkappenschuhe gekauft, die schon nach einem Tag so gerochen haben als hätte eine Horde Elefanten Blähungen gehabt, und bin zur Arbeit gefahren. Die Arbeit war super! Auch wenn man sich das vielleicht nicht so unbedingt vorstellen kann. Was soll auch in einer Plastikfabrik schon super sein… Vor allem wenn man in der Schicht zwischen 3 Uhr nachmittags und 11 Uhr abends arbeiten muss… Aber es war super! Nicht zu letzt, weil ich einfach super Kollegen hatte. Da war Dave, der Mechaniker, war noch relativ jung und hat immer von seinen Kindern erzählt und dass er am Wochenende wieder so viel feiern musste, weil es so viele BBQs gab zu denen er gehen musste. Und dann war da noch Amber, die mehr oder weniger das Gleiche gemacht hat wie ich, wenn sie nicht gerade SMS geschrieben, Dave geärgert oder Deutsch gelernt hat. Amber ist 21 und kommt aus Neuseeland. Aber am Besten war noch Fokuhila (Ja, am Ende meiner Karriere in der Plastikfabrik haben ihn tatsächlich alle so genanntJ). Mit Fokuhila habe ich fast jede Pause verbracht. Und ja, er hat einen Fokuhila und er schämt sich dessen auch gar nicht.
Es war also eine sehr witzige Zeit in der Plastikfabrik, natürlich gab es auch doofe Tage an denen ich krank war oder alle im Stress waren ( außer mir, weil ich wusste ja eh nicht was ich tue), aber alles in allem war es toll! Aber das Beste kommt ja bekanntlich zum Schluss, denn am letzten Tag habe ich sogar eine Abschiedskarte bekommen und wurde von allen noch mal gedrückt, nachdem sie die letzten Tage versucht hatten mich zu überreden doch noch zu bleiben und einsehen mussten, dass ich gehe.
Die Plastikfabrik war aber nicht nur toll, weil tolle Leute da gearbeitet haben, sondern auch weil es viel Geld gebracht hat, da zu arbeiten. Insgesamt so ca. 1800 Dollar. Aber die habe ich auch gleich wieder auf den Kopf gehauen.
Aber vorher noch ein bisschen was zu der Zeit in Brisbane außerhalb der Plastikfabrik.
Nachdem wir bei Benni ausgezogen waren, sind wir also in ein Hostel gezogen. In genau das Hostel in dem wir auch die erste Nacht in Brisbane verbrachte haben. Das Hostel von dem ich gesagt habe, dass es total die Absteige und ganz furchtbar ist. Da hatte ich mich aber getäuscht. Das Hostel an sich ist zwar irgendwie schon eine ganz üble Absteige, aber die Leute in dem Hostel waren einfach wunderbar! Es wimmelte zwar auch hier von Deutschen, aber zum Ausgleich waren auch noch eine ganze Horde Iren, Engländer, Holländer und Schweden da. Das heißt es gab eine tolle Menschenmasse, die alle zusammen sehr gut feiern konnten.
Die Atmosphäre war ja schon kaum zu toppen, aber in unserem wunderbaren Zimmer, dem Zimmer 210, in dem Louise, Mareike und ich mit zwei Iren, einem Engländer, einem Kanadier und einem Deutschen zusammengelebt haben, war das möglich. Dieses Zimmer war die Krönung von allem. Es war Party-, Weihnachts-, Bruder-& Schwesterzimmer.
In Brisbane wurde ganz schön viel gefeiert. Ich habe zwar wirklich nur am Wochenende gefeiert, weil ich ja in der Woche immer erst um 12 nach Hause gekommen bin, aber dafür am Wochenende dann umso mehr. Da bin ich auch schon mal nach einer durchfeierten Nacht morgens noch mit Engländer und Ire im Gepäck zum Strand gefahren, weil wir ja schon vorhersehen konnten, dass es warm werden würde und eine kleine Abkühlung in der Lagune würde uns wohl so oder so allen gut tun.
Am 8.12. haben dann alle meinen Geburtstag gefeiert. Also es wurde natürlich vom 7. in den 8. reingefeiert…
Ach ihr wusstest gar nicht, dass ich am 8.12. Geburtstag habe… nagut… das ist ja auch nur der australische Geburtstag , den hatten sich Lou und Svetlana nämlich allen ausgedacht.
Ich habe bei der Arbeit immer nur SMS bekommen, in denen stand… „ wir backen einen Kuchen“, „heute Abend wird Geburtstag gefeiert“, „deiner“ ,…
Naja und passend dazu haben sie dann allen aus dem Hostel erzählt, dass ich Geburtstag hätte… Hatte ich ja zwar gar nicht wirklich aber das war ja auch egal… Das wusste ja schließlich niemand J
Der Geburtstag war dann irgendwann um und Lou und ich hatten mehr oder weniger so viel Geld verdient, dass wir uns auf die Autosuche gemacht haben. Nach ein paar erfolglosen Tagen haben wir dann auch tatsächlich ein Auto gefunden, das wir kaufen wollten. Der Verkäufer war zwar ein, ein bisschen seltsamer, Australier. Aber im Prinzip dachten wir, wir könnten ihm trauen und er hat uns das Angebot gemacht, wir könnten ihn bis Byron Bay mitnehmen und dann immer noch entscheiden ob wir das Auto haben wollten oder nicht, damit wir es Probe fahren konnten.
Bevor der Roadtrip losgehen konnte, musste allerdings noch Weihnachten in Brisbane gefeiert werden, auch wenn ja noch gar nicht Weihnachten war. Aber das ist ja auch völlig egal. Secret Santa(quasi Wichteln auf Englisch) kann man ja auch schon vor Weihnachten feiern und wenn man im Weihnachtszimmer wohnt, dann darf das natürlich nicht fehlen.
Und ja, wir waren das Weihnachtszimmer. Wir hatten alle einen oder mehrere Adventskalender, Lametta, ein Schild, das darauf hinwies, dass wir das Weihnachtszimmer sind und wir hatten einen riesig großen Weihnachtsmann an der Innenseite unsere Tür hängen.
Die Weihnachtsfeier lief zunächst ab, wie jeder Freitagabend im Hostel, dann sind wir aber alle ganz klammheimlich in unser Zimmer verschwunden und haben Bescherung gemacht. Ich habe von Nigel(einem der verrückten Iren) einen sehr, sehr großen Blauen Affen bekommen. Der in einem mindestens genauso großen Korb saß. Das war natürlich das beste Geschenk des ganzen Zimmers, aber was soll ein Backpacker mit einem 1 Meter großen Affen?! Ja eigentlich nix…
Aber wir haben ja schließlich die gute Aussicht auf ein Auto gehabt, mit dem wir am nächsten Tag zumindest ja schon mal bis Byron Bay fahren wollten.
Und als hätte Nigel es gewusst, was noch fehlte in unserem Auto, kam der Affe natürlich zum richtigen Zeitpunkt. Die Weihnachtsfeier war natürlich nicht zu Ende. Es wurde noch ausgiebig gefeiert, natürlich mit der ganzen Mannschaft!
Am nächsten Tag konnten wir dann doch nicht so früh wie geplant weg fahren, sondern sind erst abends gegen 5 oder 6 losgekommen, es ist am Abend davor dann doch noch etwas später geworden. Sack und Pack und Affe wurden also genommen und ins Auto gehieft und dann ging es los. Ben war mit von der Partie… Er ist zwar schon ein bisschen ein komischer Kauz aber was solls…
Die Fahrt bis Byron Bay lief reibungslos, zumindest als wir denn dann den Weg endlich mal gefunden hatten… Wir haben noch lecker Pizza gegessen und sind alle, irgendwie immer noch todmüde ins Bett gepurzelt. Wir hatten ja den nächsten Tag schließlich auch schon geplant.
Wir mussten am nächsten Tag nämlich sehr früh aufstehen. Um 6. 30Uhr nämlich um genau zu sein. Denn wir wurden um 7 Uhr am Hostel abgeholt, von einem netten älteren Mann.
Nach einer kleinen Fahrt waren wir dann auch an unserem Ziel angekommen, so dass wir uns umziehen und fertig machen konnten, um ins Flugzeug zu steigen. Mit den verrücktesten Fallschirmspringern der ganzen Crew dort. 2 Minuten nachdem wir sie kennen gelernt hatten, hatten sie auch schon die Spitznamen Ratte und Herr ich kann mir die Haare nicht Färben bzw. wäre gerne ein Punk bin es aber irgendwie nicht.
Naja mit denen sollten wir dann aufsteigen in die Lüfte auf 14000 Fuß. Da wurde dann die Tür aufgemacht und dann war auch gar nicht mehr viel Zeit zum widersprechen.
Da wurde nur noch zum Ausgang gerobbt, die Banane gemacht und schon war man auch gar nicht mehr im Flugzeug, sonder auf 14000 Fuß in der Luft mit irgendeinem Freak am Rücken.
Aber es war super! Nachdem man die ersten 2 Schreck-Schreck-Sekunden überwunden hatte, gab es noch ungefähr weitere 58 Schreck-Sekunden. In denen man nichts anderes zu tun hatte als Schreien, Angst haben und die Erde unter sich anzusehen…
Dann als der Fallschirm aufging, durfte ich auch noch ein bisschen lenken um im Kreis fliegen und schon wurde gelandet und alles war vorbei.
Und das einzige was bleibt ist die Erinnerung und die Erinnerung ist so super, dass ich unbedingt noch mal springen muss! Ich möchte es zu meinem Hobby machen und einen Fallschirmschein machen und am liebsten den ganzen Tag springen! Juhu! Jeder sollte Fallschirmspringen!
Nach dem Sprung hat der gleiche nette ältere Herr der uns auch abgeholt hat uns auch wieder zurück gebracht und wir konnten Ben treffen, um das Auto, von dem wir ja nun vollkommen überzeugt waren, zu kaufen.
Nachdem einige Probleme mit den Geldautomaten besiegt waren, war das Gefährt also unseres.
WOW
Wir waren an einem Tag Fallschirm gesprungen und hatten unser erstes Auto gekauft!
Das war super!
Das Auto war da, Louise auch und der Affe auch.
Der Roadtrip konnte losgehen.
Ca. 40 Kilometer von Byron Bay, in dem Ort in dem es die große Garnele gibt, konnten wir dann unser Auto umschreiben und wir waren somit endlich die echten Eigentümer des Autos.
Der Name war auch schnell gefunden. Es heißt Schorse. Das klingt vielleicht für manche komisch, für uns schien das jedoch der einzig wahre Name zu sein. Aus genau dem Grund heißt Schorse auch immer noch Schorse!
Wir sind also weitergefahren von der Big Prawn zur Big Banana, nach Coffs Harbour, welches unser nächster Stop sein sollte, wir haben großen Wert darauf gelegt, dass unser Campingplatz am Strand liegt, waren zwar nicht am Strand, aber zumindest haben wir das Meer rauschen hören.
Die Fahrt ging weiter bis New Castle. Dort haben wir natülich wieder Wert darauf gelegt, dass unser Campingplatz am Wasser liegt und ja, wir waren am Morgen dann sogar am Strand. Allerdings ist New Castle eine wunderschöne Industriestadt und da macht es dann nicht so richtig Spaß viel Zeit dort zu verbringen. Also wir fanden es zumindest nicht einlandend, nach links zu gucken und lange relativ unspektakulären Strand zu sehen und dann nach rechts zu gucken und Fabriken, Hafen, Rauch und Ekel zu sehen…
Von New Castle ging es dann direkt weiter nach Sydney.
Unglaublich aber wahr, haben wir den Weg zu Steves Haus auch ohne Stadtplan, bzw. so gut wie ohne jegliche Landkarte gefunden.
Steve war aber noch nicht zu Hause und wir dachten, wir müssten noch mal eben schnell zu Supermarkt fahren, um ein bisschen was zu essen und zu trinken einzukaufen. Hin haben wir auch innerhalb von ca. 3-4 Minuten gefunden, der Rückweg hat allerdings ca. 20-25 Minuten gedauert. Naja endlich angekommen, völlig verschwitzt und erledigt von der erneuten Horrorfahrt durch die Stadt, hat uns Steve herzlich empfangen und bevor wir überhaupt richtig im Haus waren, waren wir auch schon im Jacuzzi, haben einen leckeren Bundy Coke getrunken und uns von dem anstrengenden Roadtrip erholt.
Es wurde viel gelacht und Spaß gehabt und das ging auch am nächsten Tag so weiter.
Wir sind durch Sydney gelaufen und haben uns eine paar Sehenswürdigkeiten(die Oper, die Brücke, das Quantas Büro,…) angesehen, um dann mit vollen Taschen, das heißt mit deutschem Bier, einem leckeren kühlen Becks, zurückzukehren zu Steves Weihnachtsparty, die schon im Gange war. Es gab also eine super Weihnachtsparty(der eigentliche Grund, weshalb wir nach Sydney gefahren waren) mit DJ, Jacuzzi, Weihnachtsmann, Weihnachtsfrauen-männer und vielen verrückten Australiern, die alle einen Satz in der Schule gelernt haben „Das ist mein Hamburger“ (der erste Satz im Deutschbuch, der Australier…)
Wir waren also „zie germanz“ eine der Attraktionen auf der Party und hatten eine menge Spaß!
Die nächsten Tage wurde Sydney und seine Umgebung mit und ohne Steve und seine Freunde unsicher gemacht.
Und dann kam doch tatsächlich Weihnachten.
Weihnachten im Warmen…
Ja. Es war genauso furchtbar, wie man es sich vorstellt. Es war warm, zwar nicht so richtig, es war eher kalt und hat geregnet, es gab keine Weihnachtsstimmung, keinen Weihnachtsbaum, nix.
Wir haben also Weihnachten damit verbracht, nach Weihnachten zu suchen. Am 24. waren wir in der Stadt, ein wenig einkaufen, für uns und für das Frühstück, welches wir am 25. zelebrieren wollten. Dann haben wir uns mit unsere Irischen Freunden aus Brisbane getroffen sind umher gezogen, haben alle zusammen gegessen. Bis zu diesem Zeitpunkt war es wenigsten ein schöner Tag, wenn es auch nicht Weihnachten war. Aber dann wurde Weihnachten zu einem Fest der Nicht-Freude. Auf dem Heimweg im Zug Richtung Steves Haus hat ein Penner in den Zug gepinkelt. Oh du fröhliche!
Bei Steve angekommen, hatte sich die Nicht-Freude dann wieder ein wenig relativiert. Wir hatten das Haus für uns alleine, haben angestoßen und Bescherung gemacht!
Und ich habe das wohl beste Geschenk bekommen… Karten für das Billy Elliott Musical.
Für den 1.1.2008.
Dann sind wir noch bis ca. 5 oder 6 Uhr morgens auf gewesen und haben was auch immer gemacht, sodass wir am nächsten Tag sehr, sehr lange schlafen mussten und dann das ultimative Weihnachtsfrühstück hatten. Wir hatten alles wovon man also armer Edel-Backpacker nur träumen konnte. Echten Gouda, Camembert, Lachs, Sekt, Brötchen, sogar Orangensaft und Weintrauben. Es hat an nichts gefehlt!
Dann sind wir in die Stadt gefahren, weil das Wetter nicht gut genug war um zum Bondi Beach zu fahren, wie wir uns gedacht haben und außerdem war es auch schon ca. 7 Uhr abends. Wir waren nur auf der Suche nach einem Pub in dem wir ein bisschen Livemusik hören und Weihnachten vergessen wollten.
Wir konnten Weihnachten aber nicht vergessen, weil in Australien ja nun mal bei allen Australiern Weihnachten war(in Australien feiert man ja schließlich am 25.) und deswegen war nicht ein einziger Pub geöffnet. In der gesamten Innenstadt haben wir nichts gefunden, was auf war. Man sah auch niemanden auf den Straßen bis auf Familien, die gerade von einem zum anderen Essen stolperten und Asiaten, die ja nun mal kein Weihnachten feiern.
Der erste Weihnachtstag war also nach enttäuschender als Heiligabend und wir wollten einfach nur noch, dass es vorbei ist.
Die nächsten Tage wurden dann aber wieder besser. Es kehrten Leute und Leben in das Haus zurück und wir haben noch einen schönen Ausflug mit Steves Freunden zu den Newportarms gemacht. Dort wurde ein BBQ aus dem Nichts gezaubert und in einem wunderschönen Pub der Sonnenuntergang genossen.
Am nächsten Tag sind wir dann in die Stadt gezogen, weil alle wieder ausgeflogen sind, um Sylvester zu feiern. Wir sind wohl in eins der furchtbarsten Hostels in ganz Sydney gezogen, das Base Hostel. Haben uns mit einer alten Freundin aus Bowen getroffen und sind in einen netten Pub gegangen, in dem wir dann noch lustige Australier kennengelernt haben und später auch noch per Zufall unsere Lieblings-Iren Nigel und Jerry getroffen haben.
Am nächsten Tag hatten wir wieder nichts Besseres zu tun als dort noch einmal aufzuschlagen und haben per Zufall noch einen Iren getroffen, den wir auch in Brisbane kennen gelernt hatten. Dem wir Lou sogar gesagt hatte, dass sie immer alle trifft, überall… Naja und so kam es dann auch…
Am nächsten Tag sind wir dann aber auch schon wieder aus der Stadt weggezogen zu einem Freund von Lou. Adam wohnt in Newport und ich habe mir schon, als wir mit Steve und seinen Freunden dort gewesen sind, vorgestellt, dass er in einem schönen Haus mit Meerblick wohnt. Lou hat aber immer wieder beteuert, dass er nicht so viel Geld habe,…
Wie ich es mir vorgestellt hatte, kamen wir dann natürlich bei Adam an…
Ein Haus am Hang, mit Blick auf den Ozean.
Sehr schön.
Hat schon was, wenn man in der Hollywoodschaukel auf der Terrasse sitzen und das Meer sehen kann.
Wir waren aber nicht die einzigen Gäste bei Adam. Adams Haus wurde zu Adams Hostel, weil an dem Abend noch zwei Japanerinnen, zwei Engländer und ca. 4 Australier geschlafen haben.
Am nächsten Tag sollte dann die große Sylvesterparty stattfinden.
Zunächst musste aber Svetlana abgeholt und Verpflegung eingekauft werden.
Dann haben wir uns auf den Weg gemacht zur Party. Sie sollte am Cremonion Point stattfinden. Dieser Punkt ist relativ gegenüber von der Oper, dem Botanischen Garten und der Brücke. Das bedeutet, man hat von dort aus einen unglaublich guten Blick. Man sitzt am Fluss mit ca. einer Millionen anderen Menschen und feiert eine riesengroße Party!
Um 9 gab es das Kinderfeuerwerk. Um 12 das Richtige und es war unglaublich!
Ein unglaublich tolles Sylvester!
Es wurde gefeiert bis es schon lange wieder hell war und erst dann zurück gefahren nach Newport um noch mal ein Luxusfrühstück zu genießen, diesmal aber ohne Sekt…;-)
Und am Abend ging es dann zu Billy Elliott. Das war auch unglaublich gut! Geradezu Super!
Aber nach so viel Großstadt haben wir uns gedacht, verziehen wir uns lieber in die Berge, die
Blue mountains. Der hatten wir gehört, soll es schön sein. Lou, Svetlana und ich haben also auch noch Mareike und Carsten eingepackt und sind alle zusammen losgefahren in die Blue mountains. Natürlich sind wir nicht so früh losgekommen, wie wir es uns vorgenommen hatten, so dass wir noch bis Katumba gekommen sind und vom Echo Point aus die drei Schwestern, drei Felsen, angesehen haben. Danach haben wir dann einen Schlafplatz gesucht. Die Campingplätze waren voll oder teuer und da haben wir entschieden im Bush, im Nationalpark zu campen. Wir hatten ja schließlich unsere ganze Campingausrüstung, samt Campingkocher, Zelten,… dabei.
Sind dann also ewig weit Berg rauf Berg runter auf einer unbefestigten Straße gefahren und haben einen super Platz zum Campen gefunden. Es wurden Nudeln gekocht, ein Feuer entfacht und ein Schluck Goon getrunken. Alle hatten Spaß. Bis mitten in der Nacht ein Auto kam und ein Mensch mit Lampe umhergelaufen ist. Wir dachten schon „Oh Schreck, der Ranger… Wir müssen Strafe bezahlen, weil man weder Campen, geschweige dessen Feuer machen darf.“ Aber es war kein Ranger. Es war nur ein Kletterer, der auch nach einem Schlafplatz gesucht hat.
Am nächsten Tag sind wir dann noch zu den Katumba Falls gefahren und haben danach den fruchtbarsten Bei-, Mitfahrer Carsten abgesetzt, damit er wieder zu seiner Liebsten fahren konnte. Nicht das er nicht super war, aber er war der furchtbarste Mitfahrer den man sich vorstellen konnte.
Dann sind wir weiter gefahren und haben einen wunderbaren See gefunden, an dem wir campen wollten, da wir jedoch keinen Goon mehr hatten, sind wir noch mal los, haben uns welchen besorgt und sind dann doch noch auf einen Campingplatz gefahren, damit wir unsere Körper mal mit ein wenig Wasser benetzen und Luxus wie Strom genießen konnten.
Das einzige Problem an dem Campingplatz waren die ca. 20 Millionen riesig großen Käfer!
Allein beim Kochen haben mich ca. 100 von ihnen attackiert. Natürlich haben sie nur mich angegriffen, wahrscheinlich weil ich mal wieder die größte Angst und den größten Ekel hatte.
Naja am nächsten Tag sind wir wieder zurück gefahren und wollten eigentlich nur noch mal kurz bei ein paar Höhlen halten, in denen Aboriginie Malereien seien sollten. Wir haben aber dann doch entschlossen noch ne Nacht in dem Nationalpark zu Campen, in dem auch die Höhlen waren. Die Höhlen waren eher unspektakulär, aber natürlich interessant. Die Nacht im Nationalpark war dagegen aber eine große Party!
Wir haben noch ein paar Australier getroffen und es gab auch eine Feuerstelle(diesmal war es also sogar erlaubt Feuer zu machen) und wir haben lecker gekocht und unser bester Freund der Goon war auch mit dabei.
Nach der großen Party im Nationalpark sind wir also nach Sydney zurückgekehrt um Mareike abzusetzen und noch ein paar Sachen, wie zum Beispiel den Affen(der übrigens auch Nigel heißt), wieder einzupacken, die wir bei Steve gelagert hatten.
Wir wollten Sydney aber noch am selben Tag wieder verlassen, weil wir ja alle eigentlich auch gar kein Geld mehr hatten und nun so schnell wie möglich nach Melbourne wollten um da dann mal wieder zu arbeiten.
Auf dem Weg nach Melbourne, haben wir wieder auf einem Campingplatz übernachtet um dann am nächsten Tag an einer wunderschönen Bucht zu frühstücken und weiter zum nächsten Nationalpark zu fahren in dem wir wieder übernachten wollten.
Nach einem 18 Kilometer langen Weg über eine Schotterpiste sind wir dann auch im Dunkeln am Campingplatz im Nationalpark angekommen.
Ich habe versucht lecker Kartoffelbrei mit Fisch zu kochen, wurde zwischendurch während die Anderen ca. hundert Jahre auf dem Plumsklo verbracht haben, aber von zwei Possums attackiert, die gerne mal die Zwiebel probieren wollte und sich gar nicht verscheuchen ließen.
Nachdem die Attacke überwunden war, wollte ich mit Lou noch mal zum Auto. Da mussten wir uns aber vor einem im Busch versteckten Känguru fürchten.
Wahrscheinlich war es nur ein Wallabie, aber es hat uns trotzdem ganzschön Angst gemacht…
Am nächsten Tag wollte unser Auto dann nicht mehr. So mitten im Nirgendwo. Also eigentlich wollte es noch, aber wir wollten ja noch Öl nachfüllen und dann wollte es dann doch nicht mehr. Es standen zwar ungefähr alle Männer die auch im Nationalpark gecampt hatten + der Ranger um das Auto herum, aber es wollte einfach nicht. Nach 2 Stunden hat es dann einen lauten Knall gegeben und es lief wieder. Wir haben dann dem Ranger versprochen das Auto erst bei der nächsten Werkstatt wieder auszumachen.
Wie versprochen haben wir dann also nach ca. 150 Kilometer durchs Nichts bei der nächsten Werkstatt angehalten. Da gab es sogar ein Original von Mechaniker. Er hat gehumpelt, nen Verband an der Hand gehabt, nen langen weißen Rauschebart und nen Hut auf dem Kopf.
Als wir ich ihn dann gefragt habe, ob er sich nicht mal unser Auto angucken könne, weil es vorhin nicht gestartet sei, meinte er nur warum denn, es ist ja jetzt schließlich doch gestartet und wenn es jetzt wieder startet und bis jetzt gelaufen ist, dann kann ja nix damit sein.
Er hat dann aber doch mal reingeschaut und uns eine neue goldene Schraube an die Batterie geschraubt und das Öl geprüft und ja, er hat wie erwartet den Messstab an seiner Ölverschmierten Hose abgewischt! J
Das Auto hat uns dann auch tatsächlich mit noch einem Stop bis Melbourne gebracht…
Dort haben wir dann erst 2 Nächte auf dem Campingplatz übernachtet und uns dann für die intensive Jobsuche für eine Woche in die Stadt begeben. Ein Hostel zu finden war nicht so einfach wie wir uns gedacht haben, da momentan die Australian Open in Melbourne stattfinden. Wir haben aber dann doch eins gefunden, nur das mit der Arbeit war dann noch das Problem. Überall hieß es, das es gerade keine Arbeit gibt, weil Ferien sind und so weiter und so fort. Wir haben aber dann auch relativ schnell beschlossen doch noch mal weiter zu fahren und uns zum fruitpicken aufzumachen.
In der Woche hatte Lou auch Geburtstag. Um genau zu sein hatte sie am 14.1. Geburtstag also noch bevor wir die Arbeitssuche so richtig aufgegeben hatten.
Wir haben einen wunderbaren Tag verbracht. Mit Frühstück auf dem Rooftop von unserem Hostel, Entspannung im botanischen Garten, leckerem Bierchen am Fluss, Asiatischem Abendessen und Party mit den Leute aus dem Hostel im Hostel.
Am Ende der Woche wurde dann noch der Geburtstag von einem anderen Mädel mit einer riesen Party auf dem Dach, im Zimmer, im Flur und in einem coolen Melbourner Club gefeiert. Mit ein paar super Australiern und einer super Bowle. Mit ein paar Dosenfrüchten macht nämlich sogar langweiliger Goon etwas her!
Dann haben wir uns am 19.1. aufgemacht nach Shepparton. Als wir in Shepparton angekommen waren, haben wir uns aber überlegt, dass wir doch noch ein bisschen weiter fahren könnten, bis Cobram. Da sind noch nicht so viele und da ist die Chance besser an einen Packer Job zu kommen, außerdem bekommt man eigentlich mehr Geld je weiter man im Inland ist. Heute ist der 20.1. und es ist Sonntag. Das heißt wir konnten nicht viel tun, denn alles hat zu. Aber morgen früh finden wir hoffentlich einen Job als Packer und können dann am Dienstag anfangen.
Also ich melde mich dann in 2 Monaten wieder und dann gibt es wieder ein bisschen mehr zu berichten… so wie letztes Mal und dieses Mal auch J
Also liebe Grüße an auch alle!
Und übrigens mir geht es hier super!
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